Wieland Wagner - Schleswig-Holstein und Japan

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Wieland Wagner

1955-1994
Wieland Wagner
Wieland Wagner ist seit 1995 als Korrespondent für den „Spiegel“ in Asien tätig, u.a. in Japan, China und Indien; seit 2014 berichtete er wieder aus Tokyo.
Wieland Wagner wurde am 29. Mai 1959 in Eckernförde geboren. Nach dem Schulbesuch in Eckernförde studierte er ab 1978 in Freiburg Geschichte und Germanistik mit dem Staatsexamen und der Magis-terprüfung im Jahr 1984. In den Jahren 1980/81 hielt sich Wagner für zehn Monate in London auf, um mit einem DAAD-Stipendium am University College Geschichte zu studieren und ein Forschungsprojekt zur britischen Europapolitik zu bearbeiten. Mit einem weiteren DAAD-Stipendium ging Wagner im Jahr 1985 für anderthalb Jahre nach Japan, um an der Sophia-University seine Japanisch-Kenntnisse zu vertiefen und Material für seine Dissertation zu sammeln.
Er kehrte 1987 an die Universität Freiburg zurück und schrieb an seiner Dissertation über die japanische Außenpolitik zur Meiji-Zeit, die er 1989 mit der Promotion abschloss. Die Dissertation wurde im Jahr 1990 mit dem Titel „Japans Aussenpolitik in der frühen Meiji-Zeit (1868-1894): die ideologische und politische Grundlegung des japanischen Führungsanspruchs in Ostasien“ (Franz Steiner Verlag) veröffentlicht.
Die erste direkte Berührung mit Japan hatte Wieland Wagner im Jahr 1985 an der Sophia-University in Tokyo. Zu der Zeit war er als einziger Ausländer Mitglied der japanischen For-schungsgemeinschaft für moderne japanische Geschichte. Vorher hatte er in Freiburg, Bochum und Hamburg Japanisch-Intensivkurse absolviert; bereits während des Studiums in Freiburg hatte er sich auf die japanische Geschichte spezia-lisiert und u.a. auch seine Magisterarbeit über die frühe Meiji-Zeit geschrieben.
 
Im Frühjahr 1988 kehrte Wagner für einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt nach Japan zurück, um am Institute of Social Science der Tokyo University  weiteres Material für seine Dissertation zu sammeln. Nach der Promotion im Jahr 1990 ging Dr. Wagner nach Japan und arbeitete bis 1993 als Korrespondent für die Nachrichtenagentur Vereinigte Wirtschaftsdienste (VWD) in Tokyo. Nach einer vorübergehenden Rückkehr nach Deutschland als wissenschaftlicher Assistent am Historischen Seminar der Universität Freiburg und einem erneuten Forschungsaufenthalt von Januar bis Mai 1994 an der Tokyo University mit dem Thema „Geschichte der japanischen Wirtschaftsverbände“  ging Dr. Wagner 1995 jetzt als Korrespondent für den „Spiegel“ nach Asien. Er berichtete bis 2004 aus Tokyo, danach aus Shanghai, Peking und Neu Delhi und seit 2014 wieder aus Tokyo.

Während seiner Aufenthalte in Japan hat er über die verschiedensten Themen in Japan und Ostasien für den „Spiegel“ und „Spiegel Online“ geschrieben. Zu seinen beruflichen Höhepunkten gehörten ein SPIEGEL-Gespräch mit dem damaligen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi (2002), die Berichterstattung über die Reaktorkatastrophe in Fukushima (2011) und eine Reportage über „Hikikomori“, japanische Jugendliche, die sich von ihrer Umwelt abkapseln (2015).

Von 2002 bis 2004 und wieder ab 2015 gehört Dr. Wagner als einziger Ausländer dem Planungskomitee des “Japan National Press Club“ in Tokyo an und hat auch Pressekonferenzen in japanischer Sprache moderiert  Außerdem hat Dr. Wagner ein Buch von Toru Takenaka mit dem Titel „Siemens in Japan: Von der Landesöffnung bis zum ersten Weltkrieg“ ins Deutsche übersetzt, das im Januar 1996 als Taschenbuch in der Reihe „Zeitschrift für Unternehmensgeschichte“ im Steiner-Verlag veröffentlicht wurde.
Im September 2018 erschien sein jüngstes Buch mit dem Titel "Abstieg in Würde - Wie ein alterndes Land um seine Zukunft ringt".In seinem Buch beschreibt er eindrucksvoll, wie die jahrzehntelange Stagnation den Alltag der Menschen verändert und was mit der Wirtschaft und der Gesellschaft eines Landes passiert, das sich tiefgreifenden Reformen verweigert (hinterer Umschlag). Wagner schreibt in seinem Vorwort: „Ich hatte mir eingebildet, Japan zu kennen, auch weil ich die Landessprache fließend beherrsche. Nun aber merkte ich, dass ich teilweise wieder von vorn anfangen müsse, das Land zu entdecken und einigermaßen zu begreifen (Seite 8f)."
 
Ende 2018 kehrte Wagner nach Deutschland und Eckernförde zurück, nahm allerdings nach einer Pause seine publizistische Tätigkeit auch für den „Spiegel“ wieder auf. Im Oktober 2019 stellte Wagner sein Buch in einem Vortrag vor der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Schleswig-Holstein vor. Die Corona-Pandemie hinderte ihn bisher daran, nach Japan zurückzukehren; für Oktober 2021 ist ein neuer Anlauf geplant.
 
 
 
 
zuletzt aktualisiert am 10. Oktober 2021
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