Annerose Akaike - Schleswig-Holstein und Japan

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Annerose Akaike

1955-1994
 
Frau Dr. Annerose Akaike war die erste europäische Ärztin, die in Japan als Ärztin zugelassen wurde.
Annerose Billich wurde im Jahr 1939 in Stargard /Pommern geboren. Im Frühjahr 1945 siedelte ihre Familie nach Lübeck um. Nach dem Schulbesuch in Lübeck begann sie ein Medizinstudium in Kiel, wo sie Akira Akaike kennenlernte, der ebenfalls Medizin studierte. Damals begann sie auch Japanisch zu lernen. Gemeinsam setzten sie ihre Studien in Berlin und Freiburg fort, wo sie an ihren Dissertationen in Sportmedizin und Kinderheilkunde arbeiteten. Ihre Approbation als Ärzte erhielten sie in Kiel und wohnten vorerst bei den Eltern von Annerose in Lübeck, bis sie den Sprung nach Japan wagten. Sie hatten inzwischen geheiratet und zwei Kinder.
Im Jahr 1969 folgte Dr. Annerose Akaike mit ihren zwei Kindern ihrem Mann nach Japan; vorerst wohnten sie bei Akiras Eltern. Akira arbeitete anfangs als unbezahlter Assistent in einem Krankenhaus und verdiente den Lebensunterhalt für die Familie als Berater für eine pharmazeutische Firma, bis er eine Anstellung als Radiologe in einem Krankenhaus in Tokyo fand. 1972 wurde ihr drittes Kind geboren.
Um als Ärztin in Japan praktizieren zu können, musste sie noch einmal das medizinische Staatsexamen nach den japanischen Vorschriften ablegen, das hieß in japanischer Sprache, und so wurde sie im Jahr 1973 die erste in Japan zugelassene europäische Ärztin. Im Jahr 1979 errichtete Frau Dr. Akaike ihre eigene Klinik im OAG-Haus in Tokyo; außerdem wurde sie Schulärztin der Deutschen Schule Tokyo/Yokohama. Bald konnte die inzwischen fünfköpfige Familie ein eigenes Haus in dem Städtchen Zushi am Meer südlich von Tokyo beziehen.
 
Im Jahr 1986 starb überraschend ihr Mann im Alter von nur 54 Jahren. Nach zehn Jahren, im Jahr 1996, verließ sie Japan und zog nach Chiang Mai im Norden Thailands. Dort arbeitete sie in einer staatlichen Klinik für AIDS/HIV-Kranke, die sie mit einer Mischung aus konventioneller Schulmedizin und spirituellen Heilmethoden behandelte. Ihre Behandlungen waren so erfolgreich, dass man ihr den Beinamen „Amu“ (Mutter) gab.
Nach einigen Jahren kehrte Frau Akaike nach Japan zurück. Dort lernte sie den japanischen Lyriker, Übersetzer und Professor für englisch/amerikanische Literatur an den Universitäten Yokohama und Matsumoto Shôzô Kajima kennen. Sie übersetzte eines seiner Bücher mit dem Titel Motomenai – ohne Verlangen, in die deutsche Sprache (Neue Erde GmbH 2012). Dr. Akaike lebte mit Professor Kajima zusammen in Matsumoto bis zu ihrem Tod.
 
Frau Dr.  Annerose Akaike starb im Jahr 2011 in Matsumoto. Auf ihren Wunsch erhielt sie eine buddhistische Bestattung; ihre Urne wurde in dem Zen-Tempel  Jôjû-in beigesetzt. Sie ist seit ihrer Übersiedelung nach Japan nicht mehr nach Deutschland zurückgekehrt.
 
Quellen: Wikipedia; www.das-japanische-gedaechtnis/lebensbilder;
Kraas, Ernst und Hiki, Yoshihiki, „300 Jahre deutsch-japanische Beziehungen in der Medizin“, 1992, Tokyo und Berlin, Springer-Verlag
zuletzt aktualisiert am 15. Oktober 2017
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