Michael Packschies - Schleswig-Holstein und Japan

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Michael Packschies

1995-2005
Michael Packschies ist seit 1984 Leiter der Naturschutzabteilung der Stadt Eckernförde und hat die Stadt mit dem Titel „Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz 1994/95“ durch mehrere Reisen in Japan bekannt gemacht.
Dieser Titel wurde der Stadt Eckernförde im Jahr 1995 im Rahmen eines Wettbewerbs der Deutschen Umwelthilfe (DHU) verliehen. Die in Freiburg lebende japanische Journalistin Mineko Imaizumi berichtete über diesen Wettbewerb in japanischen Medien und veröffentlichte zum Weltklimagipfel 1997 in Kyoto ein Buch mit dem Titel „10 Umweltpioniere in Deutschland“, und damit wurden die Stadt Eckernförde und Michael Packschies in ganz Japan schlagartig bekannt. Das Foto zeigt Michael Packschies 2007 auf einer Konferenz in Minamata.
Als Folge kamen zahlreiche japanische Besucher, Delegationen und Einzelbesucher aus verschiedenen Städten Japans nach Eckernförde, um sich über die Umweltmaßnahmen zu infor-mieren. Ein besonderes „Highlight“ war der „Obere Eimersee“, der wegen seiner unkonventionellen Entstehung ein einpräg-sames Beispiel für kostengünstige, unkomplizierte und effek-tive Renaturierung einer monotonen Agrarfläche ist. So war es nur eine Frage der Zeit, bis Michael Packschies den Wunsch hatte, seine Stadt Eckernförde auch in Japan persönlich vorzustellen.
 
Dabei unterstützte ihn nachhaltig Frau Yoshiko Albrecht, eine in Eckernförde lebende Japanerin, die auch während der Besuche aus Japan als Dolmetscherin fungierte. Am 13. Dezember 2000 flogen Herr Packschies und Frau Albrecht für zwei Wochen nach Japan, um in verschiedenen Städten Vorträge über Natur- und Umweltschutz zu halten und das Eckernförder Modell vorzustellen. Während und zwischen den Vorträgen kam es zu zahlreichen Begegnungen mit japanischen Experten, so z.B. mit Dr. Makoto Murase, der wegen seines Engagements zur Nutzung des Regenwassers im überschwemmungsgefährdeten Tokyoter Stadtteil Sumida als „Dr. Rainwater“ bekannt geworden war. Die Presseberichte in japanischen Zeitungen sorgten dafür, dass das Interesse an dem Eckernförder Modell wach gehalten und sogar gesteigert wurde.
Übrigens hatte Frau Yoshiko Albrecht schon vor 1995 enge Kontakte zwischen Eckernförde und Japan herge-stellt und gepflegt. Nach ihrer Pensionierung – sie war Zahnärztin im Dienste der Bundesmarine  – frischte sie alte und nie ganz abgerissene Kontakte zu früheren Schulkameradinnen auf und organisierte Hobbykunst-Ausstellungen, Kimono-Shows und andere kulturelle Veranstaltungen, zu denen Hobbykünstlerinnen aus Japan nach Eckernförde kamen.
Die erste japanische Hobbykunst-Ausstellung fand im November 1994 statt, zu der etwa 40 Japanerinnen auf eigene Kosten für einige Tage nach Eckernförde kamen. Die Deutsch-Japanische Gesellschaft Schleswig-Holstein beteiligte sich aktiv an der Programmgestaltung.
Schon im Sommer 2002 besuchte erstmalig eine Schülergruppe aus Sasayama, eine Stadt in der schleswig-holsteinischen Partner-Präfektur Hyogo Eckernförde; wegen des großen Erfolges dieser Begegnung junger Menschen kam im Jahr 2001 eine zweite Schülergruppe nach Eckernförde.  An der Vorberei-tung der Besuchsprogramme und der Betreuung der jungen Gäste hatte Claus Müller, der Leiter des Ostsee Info-Centers Eckernförde maßgeblichen Anteil.
Als dann im Jahr 2002 Eckernförde die mehrfach ausgesprochene Gegeneinladung in die Tat umsetzte, begleiteten Herr Müller und ein Lehrerehepaar der Waldorfschule Eckernförde die Gruppe; am 12. Oktober 2002 begann für die 12 Schülerinnen und Schüler das zehntägige Abenteuer Japan. Ziele der Reise waren Sasayama, der Stadtteil Otake in Hiroshima und natürlich Tokyo. In Otake gab es ein Wiedersehen mit dem Lehrer Akio Kusumoto, der nach einem Besuch in Eckernförde in Otake einen Schulgarten nach dem Muster des Gartens der Waldorf-Schule angelegt hatte.  Der Herr mit dem grünen Kopftuch ist Herr Müller.
Im Mai 2003 besuchte Akio Shoji, der Präsident der Firma Aleph Inc. mit Sitz in Sapporo mit einer kleinen Delegation Eckernförde. Die Firma mit rund 3000 Mitar-beitern betreibt in ganz Japan zahlreiche Restaurants und hat sich zum Ziel gesetzt, die verarbeiteten Waren überwiegend selbst nachhaltig zu produzieren und einen geschlossenen Kreislauf einschließlich Kompos-tierung und Wasseraufbereitung aufzubauen. Als Folge erhielt Michael Packschies eine Einladung, auf dem „2005 Forum for the Future Map of the Environment“ als Referent teilzunehmen.
Am 10./11. Februar 2007 fand in der japanischen Stadt Minamata an der Westküste der Insel Kyushu die „14th World Lead-off City Conference“ statt. Minamata war in den 1950er Jahren durch die Einleitung quecksilberhaltiger Abwässer der Fabrik Chisso in die Bucht durch massenhafte Vergiftungen von Menschen und Tieren weltweit in die Schlagzeilen geraten (Minamata-Krankheit).  Nach aufwändigen Sanierungsarbeiten entwickelte sich Minamata zu einer umweltfreundlichen Stadt und wurde in einem kommunalen Wettbewerb als Japans Umwelthauptstadt ausgezeichnet.
Da Eckernförde in einem vergleichbaren Wettbewerb in Deutschland ausgezeichnet worden war, wurde Michael Packschies von der japanischen Regierung zur Teilnahme eingeladen. Mit einer Grußbotschaft überreichte er dem Bürgermeister von Minamata die Eckernförder Fahne.
Neben  Yoshiko Albrecht, die leider im November 2008 überraschend verstarb, war es die Japanerin Yumiko Kato, die die Beziehungen zwischen Japan und Eckern-förde pflegte. Sie hatte in Tokyo die Aktionsgruppe "Eckernförder Brise" ge-gründet.
Die  Aktivitäten dieser Gruppe wurden im Oktober 2008 in einem mit vielen farblichen Zeichnungen illustrierten Buch   in Japan veröffentlicht. Im Jahr 2010 wurde in Japan eine CD mit dem Titel "Die Apfelbäume in Eckernförde" produziert. Im Mittelpunkt stand die Aktion „Apfelbäume für Eckernförde“, die eine Idee von Michael Packschies aufgriff, in Eckernförde alte Obstsorten zu erhalten und wieder in Erinnerung zu rufen. Yumiko Kato, unterstützt von ihrem Mann, sammelte in Japan Spenden, mit denen in Eckernförde zuerst um den Eimersee herum und später im ganzen Stadtgebiet neue Apfelbäume gepflanzt und gepflegt werden konnten, und nahezu jährlich kam sie, oft begleitet von Mitgliedern der „Eckernförder Brise“ nach Eckernförde, um das Wachstum und Gedeihen der Obstbäume zu verfolgen.
 
Der Filmemacher Sven Bohde hatte 2015 einen Dokumentarfilm über die Geschichte des Eimersees produziert. Als jüngste Aktivität wird eine japanische Fassung erarbeitet, die die Japanischlehrerin Kathrin Bonn mit einigen Schülerinnen und Schülern der Humboldt-Schule in Kiel federführend übernommen hat. Nach Fertigstellung soll der Film in Japan verbreitet werden.
 
Ausführliche Informationen über die Beziehungen der Stadt Eckernförde zu Japan können voraussichtlich im Jahrbuch 2017 der Heimatgemeinschaft Eckernförde nachgelesen werden.
zuletzt aktualisiert am 15. Oktober 2017
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