Theodor Storm - Schleswig-Holstein und Japan

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Theodor Storm

1854-1912/13
Theodor Storm
Theodor Storm wurde am 14. September 1817 in Husum geboren und starb am 4. Juli 1888 in Hanerau- Hademarschen. Natürlich ist er nie in Japan gewesen und gehört eigentlich auch nicht zu diesem Menüpunkt. Aber da er in Japan deutliche Spuren hinterlassen hat, die erst um die Wende zum 20. Jahrhundert sichtbar wurden, muss er - wie Lorenz von Stein - hier erwähnt werden.  Die folgenden Ausführungen sind  den Storm-Essays aus japanischer Perspektive entnommen, ein Jubiläumsband aus Anlaß des fünfzehnjährigen Bestehens der Theodor-Storm-Gesellschaft Japan. Diese Schrift wurde von den Japanern Hiroyuki Tanaka, Shigeru Fukami und Masahiro Ishihama herausgegeben und 1999 von der Husum Druck- und Verlagsgesell-schaft mbH & Co. KG in Husum veröffentlicht. 

Im Geleitwort zu den "Storm-Essays" schrieb 1999 der damalige Sekretär der Storm-Gesellschaft Husum Dr. Gerd Eversberg:
Als vor nunmehr genau fünfzehn Jahren die Mitarbeiter des Storm-Hauses die Nachricht erhielten, einige japanische Germanisten hätten eine Theodor-Storm-Gesellschaft gegründet, war das ein Anlass zur Verwunderung. Man konnte sich kaum vorstellen, daß in einem anderen Kulturkreis  der Dichter aus Nordfriesland zumindest unter Fachleuten so berühmt war, daß besondere Anstrengungen um das Verständnis seiner Werke unternommen würden. In den nächsten Jahren aber zeigte sich, daß gerade für diejenigen Japaner, die sich mit der deutschen Sprache und Kultur auseinanderzusetzen begannen, Theodor Storm und seine Werke von herausragender Bedeutung waren. ... Wir können daraus nur lernen, daß Theodor Storms Werke aus japanischer Sicht zu den bedeutenden Leistungen des 19. Jahrhunderts gezählt werden.

Aus dem einführenden Aufsatz von Hiroyuki und Mari Tanaka mit dem Titel Theodor Storm in Japan - beliebt und hochgeschätzt" erfährt man, wie Theodor Storm nach Japan kam. Wahrscheinlich war es der bekannte japanische Arzt Ogai Mori (1862-1922), der von 1884 bis 1888 zur Fortbildung in Deutschland war und dort mit Storms Novellen in Berührung kam. Bereits um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) wurde die Novelle "Immensee" als Lesestoff für den Deutschunterricht in die damaligen Gymnasien eingeführt. 1914 erschien die erste vollständige Übersetzung der Novelle. Bis heute (1999) sind 44 Prosawerke....und wenigstens 150 Gedichte Storms ins Japanische ...übertragen worden. Die Novelle Immensee hat die japanischen Germanisten offensichtlich am stärksten beeindruckt; so gab es (bis 1999) über 30 Übersetzungen von über 20 Übersetzern. 

In einem Nachwort schreiben die Herausgeber, dass Theodor Storm in der über hundert Jahre langen Rezeptionsgeschichte der westlichen Literatur in Japan einer der meistgelesenen Dichter ist. Die wissenschaftliche Storm-Forschung begann allerdings erst gegen 1950. Im Mai 1983 wurde die Theodor-Storm-Gesellschaft Japan gegründet. Sitz der Gesellschaft ist Tokyo, Präsident ist der bereits erwähnte Hiroyuki Tanaka,  Geschäftsführer Isao Matsui. Die Gesellschaft ist zu erreichen mit der Email: kanoix@nifty.com; Website: http://homepage3.nifty.com/storm-japan.
        
zuletzt aktualisiert am 15. Oktober 2017
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